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Für das Wohlfühlen gibt es keine DIN-Norm.

 

Dr. Renate Narten ist Architektursoziologin und berät die B&S seit über zehn Jahren in Fragen des altersgerechten Wohnens. Wir fragten sie, welche Aspekte dabei besonders berücksichtigt werden müssen.

 

Frau Dr. Narten,

wie lange beschäftigen Sie sich schon mit dem Wohnen im Alter?

Seit meinem Studium. Ich habe Stadtsoziologie und Architektur studiert, bin dabei auf diese  Thematik gestoßen und habe meine Doktorarbeit darüber geschrieben. Dazu hatte ich unter anderem Interviews mit alleinlebenden älteren Frauen in einer Wohnsiedlung geführt und zu deren Wohnerfahrungen befragt. Es stellte sich ziemlich klar heraus, dass die Wohnsituation älterer Menschen alles andere als befriedigend war. So ergab sich, dass ich auch meine berufliche Tätigkeit auf dieses Thema ausgerichtet habe.

 

Was haben Sie herausgefunden?

Dass eine ziemliche Diskrepanz besteht zwischen der Beschaffenheit der meisten Wohnungen und den Wohnbedürfnissen älterer Menschen. Wenn im Alter Handicaps auftauchen, sind sie oft gezwungen, früher als eigentlich nötig in Sonderwohnformen wie Betreutes Wohnen, Seniorenresidenzen oder Heime umzuziehen.

 

Und das wollen sie eigentlich gar nicht?

Richtig, die große Mehrheit der über 65-jährigen, nämlich 93 Prozent, lebt in normalen Wohnungen und möchte auch so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld bleiben.

 

Was also ist zu tun?

Beim Wohnungsbau wurde jahrzehntelang fast nur an jüngere Menschen und Familien gedacht. Allmählich wird den Wohnungsbaugesellschaften jedoch klar, dass wir alle älter werden – Stichwort demographischer Wandel – und im Alter ja auch noch komfortabel wohnen wollen. Die Aufgabe lautet also, dies sowohl bei der Modernisierung als auch beim Neubau von Wohnungen zu berücksichtigen.

 

Was bedeutet das konkret?

Es muss viel gründlicher darüber nachgedacht werden, wie ältere Menschen ihre Wohnung nutzen. Da geht es um Details wie etwa die Gestaltung und Zuordnung einzelner Räume und des Balkons. Hat die Küche einen Fensterplatz zum Essen und einen kurzen Weg zum Balkon? Ist der Balkon groß genug, um dort gemütlich sitzen und Kaffee trinken zu können? Ragt der Balkon etwas über die Fassade hinaus, damit man mit seinen Nachbarn Kontakt aufnehmen kann? Über solche praktischen Fragen muss man mit Architekten manchmal stundenlange Auseinandersetzungen führen.

 

Gibt es Checklisten, anhand derer Architekten und Bauherren solche Punkte klären können?

Ja, aber die sind wenig bekannt. Die meisten Bauherren und Architekten kennen nur die DIN-Norm zum barrierefreien Bauen. Keine Schwellen, keine Stufen, bodengleiche Duschen und solche Dinge sind dort aufgeführt und die werden auch häufig beachtet. Das sind jedoch nur technische Anweisungen. Für das Wohlfühlen gibt es keine DIN-Norm.

 

Was also empfehlen Sie?

Der Bauherr ist Interessenvertreter der Mieter und sollte sich schon im Planungsstadium gründlich mit den Wünschen und Bedürfnissen von älteren Menschen auseinandersetzen. Dazu gibt es inzwischen Berater, die entsprechendes Wissen, Erfahrung und Einfühlungsvermögen besitzen und in ein Projekt einfließen lassen. Wer als Bauherr frühzeitig an die Zufriedenheit der Bewohner denkt, braucht sich übrigens weniger Sorgen zu machen, dass die Wohnungen später leer stehen. Wer altersgerecht baut, sorgt für die Zukunft vor.

 

Wie sind in dieser Hinsicht Ihre Erfahrungen mit der B&S?

Ich freue mich, dass die B&S hier sehr aufgeschlossen ist und in den vergangenen Jahren ein so umfassendes und qualitativ hochwertiges Angebot für ältere Mieter geschaffen hat. Gerade auch die Nachbesserungen im Wohnungsbestand, die Integration von Servicestationen und Nachbarschaftstreffs zeigt, dass hier eine ständige qualitative Weiterentwicklung stattfindet. Es gibt nur wenige Unternehmen, die sich so sorgfältig mit der Altersthematik auseinandersetzen. Man kann sagen, dass die Genossenschaft hier wirklich beispielhaft voran geht.

 

Das freut uns zu hören. Vielen Dank für das Gespräch!

 

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Expertin für das Thema Wohnen

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Dr. Renate Narten vom „Büro

für sozialräumliche Forschung und Beratung“ in Hannover.

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